Bereits zum 10. Mal findet vom 03. bis 09. November 2011 das „LesBiSchwule  PinkPanorama“ in Luzern statt. Seit 2002 mischen die OrgansatorInnen bereits die Menschen in der Zentralschweiz auf, zeigen, dass wir eben nicht anders sind und rufen zu mehr Toleranz und Offenheit auf. Gezeigt wird lesbischwule Kultur aus aller Welt, wie zum Beispiel Filme, die das Leben von Lesben und Schwulen aus verschiedensten Ländern porträtieren. Daneben gibt es aber auch Diskussionen und Gespräche mit Gästen, oder Konzerte (die Männerchöre aus Luzern und Zürich). Das Festival eröffnen werden die Stadträtin Ursula Stämmer-Horst und die Künstlerin Judith Estermann am 03. November im Pinkpanorama am Löwenplatz um 20:15 Uhr. Ich habe mir für euch das Filmprogramm zu Gemüte geführt – und die interessantesten, spannendsten und schrägsten Streifen herausgepickt:

Donnerstag, 03. November 2011, 18:30 Uhr: „Tomboy“ (Frankreich, 2011)

Die Regisseurin Céline Sciamma erzählt leichtfüssig, wunderbar unaufgeregt und mit viel Humor von der ersten Liebe und von der Suche nach der eigenen Identität. Die 10-Jährige Laure gibt sich bei ihren neuen Freunden als Junge aus. Das geht so lange gut, bis sich zwischen ihr und Lisa Gefühle zu entwickeln beginnen. Frau Sciamma beweist nach „Wasserlilien“ (2007) erneut ihr Einfühlungsvermögen in die Gefühlswelt junger Menschen und zeigt den Umgang mit den Geschlechterrollen auf spielerische und witzige Weise.


Samstag, 05. November 2011, 17:00 Uhr: „Codependent Lesbian Space Alien Seeks Same“ (USA, 2011)

Madeleine Olnek schickt in ihrem Film drei lesbische Aliens auf die Erde – mit der Mission, sich von den Erdlingen das Herz brechen zu lassen. Masochistisch? Nun, das Ganze hat natürlich seinen guten Grund: auf diese Weise soll nämlich verhindert werden, dass ihre überbordenden Emotionen nicht die Ozonschicht ihres Heimatplaneten zerstören. Hört sich schräg an? Durchaus. Aber dieser Streifen hat das Zeug zum absoluten Kultfilm!

Sonntag, 06. November, 19:00 Uhr: „Due volte genitori“ (Italien, 2009)

Wie ist es für Eltern, wenn sie damit konfrontiert werden, dass ihre Tochter lesbisch, oder ihr Sohn schwul ist? Der Film ist auf Initiative der Elternorganisation „AGEDO“ zustande gekommen und der Regisseur Claudio Cipelletti zeigt auf spannende und einfühlsame Weise den Prozess der Betroffenen vom Moment der unmittelbaren Reaktion auf das Outing ihrer Kinder bis hin zur Korrektur der ursprünglichen Haltung und Einstellung.


Sonntag, 06. November, 17:00 Uhr: „80 Egunean“ (Spanien, 2010)

Es gibt kaum Filme aus dem Baskenland, die das Thema Homosexualität behandeln. „80 Egunean“  ist eine erfreuliche Ausnahme. Jon Garaño und José Maria Goenega erzählen die Geschichte zweier Frauen, die sich, 50 Jahre nach ihrem letzten Kontakt, in einem Krankenhaus wieder sehen. Zwei völlig verschiedene Welten treffen aufeinander, doch das spezielle „Etwas“, das die beiden schon immer verbunden hatte, ist nach wie vor spürbar. Wie werden die beiden Frauen nun, mit über 70 Jahren, mit diesen Gefühlen umgehen?


Das Pinkpanorama Festival ist sicherlich einen Ausflug in die Zentralschweiz wert. Das ganze Programm (inklusive Kurzfilme) könnt Ihr euch hier anschauen. Und, wer weiss, vielleicht kommt auch noch eine Überraschung auf DICH zu, und du triffst auf einen lesbischen Alien, die dich leidenschaftlich verführt und dir den Kopf verdreht.

Ganz viel Spass und viel Glück mit einem Augenzwinkern wünscht euch

Gis Volkmann