Shame on you, Monsieur Darbelley!

Letzte Woche beschloss die Rechtskommission des Ständerates ohne Gegenstimme, der Petition, dass auch homosexuelle Paare, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, Kinder adoptieren dürfen, folge zu leisten. Hauptargument der Befürworterinnen und Befürworter ist, dass es bereits heute viele Kinder gibt, die bei Homosexuellen aufwachsen. Dazu äusserte sich der CVP-Präsdient Christophe Darbelley wie folgt:

„Wir würden auch nicht plötzlich Kokain legalisieren, weil es eine halbe Million Konsumenten gibt“.

Nachdem dieser Satz eine grosse Welle der Entrüstung ausgelöst hatte, präzisierte Monsieur Darbelley seine Aussage: „Was ich sagen wollte, war: Nur weil etwas existiert, heisst das noch lange nicht, dass es legalisiert werden muss.“

Was WIR dazu sagen wollen, Herr Darbelley, ist Folgendes:

Es ist eine Schande, dass sich ein Politiker Ihres Ranges dazu verleiten lässt, homosexuelle Paare mit Adoptionswunsch mit Kokainsüchtigen zu vergleichen. Ihre Aussage zeugt von grosser Ignoranz und Respektlosigkeit. Jeder Mensch soll eine Familie gründen und leben dürfen. Die sexuelle Orientierung spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Für uns Homosexuelle ist eine Adoption vielfach der einzige Weg, um diesen Wunsch zu verwirklichen. Dieses Recht darf uns nicht untersagt werden.

Sie bitten auf Ihrer Homepage darum, dass wir Ihre Aussagen nicht als homophob werten sollen. Sie machen darauf aufmerksam, dass Sie stets ein Verfechter der registrierten Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare waren, weisen aber auch darauf hin, dass diese Form des Zusammenlebens nicht mit einer Ehe vergleichbar ist und die Adoption von Kindern nach wie vor nicht möglich sein soll. Ihre „Offenheit“ homosexuellen Menschen gegenüber besteht somit darin, uns eine Light-Version des heterosexuellen Kuchens zu servieren. Sie vollziehen eine klare Trennung zwischen den Rechten von heterosexuellen und homosexuellen Personen, wobei Sie letztere als Menschen zweiter Klassen sehen und behandeln. Was, Monsieur Darbelley, ist daran bitte NICHT homophob?

Lassen Sie sich gesagt sein: Wir sind zwar homosexuell, aber primär Mensch. Uns stehen die gleichen Rechte zu, wie sie Heterosexuelle geniessen. Und deshalb werden wir nicht ruhen, bis auch wir als richtige Familien leben dürfen. Darauf können Sie sich verlassen.