Die Mortalitätsrate von Neujahrs-Diäten ist so hoch, dass sie schon längst ausgestorben wären, wäre Frau nicht jedes (Neu-)Jahr aufs Neue so geschockt von ihrem Winter- und Weihnachtsspeck (Oh Gott, ich bin SO fett! Ich muss 10 Kilo abnehmen BIS MORGEN!). An dieser Stelle kommen keine neue, extravagante Super-Diät, die Unmengen Geld, Nerven und Planung kostet, sondern ein paar Alltagstipps, die beim abnehmen helfen. Denn häufig sind es gar nicht zehn Kilo zu viel, sondern nur zwei bis drei. Und Frau muss sie nicht bis Morgen abnehmen, denn das funktioniert sowieso nicht. Es sei denn durch Amputation von Gliedmassen.

Zunächst ist es immer augenöffnend bis schockierend, wenn man mal nach einem normalen Tag aufschreibt, was man eigentlich alles gegessen und getrunken hat. Und das nicht nur im Sinne von: morgens Frühstück, mittags Cafeteria, abends Pizza. Sondern wirklich vor Augen führen, was habe ich gefrühstückt, was bis zum Mittagessen gegessen (Kekse, Bonbons, Gummibärchen?), habe ich Kaffee/Tee/Wasser/etc. getrunken? Was war mein Mittagessen? Was gab‘s nachmittags? Was abends? Was als Mitternachtssnack? Ganz wichtig ist die Frage: wie viel habe ich wirklich getrunken? Jede noch so kleine Nahrungsaufnahme mal dokumentieren. Nur einen Tag. Einen kleinen Schock bekommen? Gut! Hier kommen die Tipps:

1.  Ist es Hunger oder ist es Durst oder Langeweile?

Erst mal ein Glas Wasser oder eine Tasse Tee trinken und dann schauen, ob Frau wirklich noch etwas essen möchte. Und grade zwischen den Mahlzeiten genügt ein Kaugummi voll und ganz, um den Kiefer zu beschäftigen.

2. Schokolade!

Es geht ja nicht ohne. Ausser vielleicht, man heisst Karl Lagerfeld. Aber hier gilt zum einen massvoll und auch das WAS und WIE. Am Besten Bitterschokolade (mit Chili? Schärfe regt die Verdauung an). Denn Bitterschokolade hat einen höheren Kakaoanteil, der wiederum die Serotonin-Produktion (ein Glückshormon) anregt, das heisst die „macht-mich-glücklich“-Wirkung tritt schneller ein. trotzdem bitte maximal ein Reiheli und jedes Stück lutschen, nicht kauen. Einfach auf die Zunge legen und zergehen lassen. Schmeckt auch viel intensiver.

3. Treppen steigen – Ein Alltagsspiel!

Aufzüge sind tabu. Es sei denn, Frau arbeitet im 10. Stock eines Hochhauses. Aber auch dann kann Frau ja mal nach Feierabend ganz in Ruhe die Treppen runterlaufen. Ist nicht nur gut für die Figur (Po & Beine), sondern auch für die Venen (senkt das Risiko von Krampfadern!). Und ums spannender und abwechslungsreicher zu machen: Variationen schaffen, zum Beispiel mal eine Stufe überspringen.

4. Der Abend

Vieles davon ist bekannt. Am besten keine Mahlzeiten mehr nach 18 Uhr. Finger weg von Feierabend-Alkoholika. Alkohol hat viele, viele Kalorien und Frau kann mit einer Tasse Tee und dem aktuellen Lieblingslied ebenso gut entspannen.

Auch nicht zu verachten: ein Spaziergang vor dem zu Bett gehen. Klärt die Gedanken und regt den Stoffwechsel noch mal an bevor Frau ins Bett fällt. Oder auch ein kleines Sit-Up-Work-Out. Und nachts nur Wasser neben dem Bett. Den Zähnen und der Figur zu Liebe.

5. Zum Schluss, mit einem Augenzwinkern: Der Obst- und Gemüsetag

Einmal in der Woche einen Obst-&Gemüsetag einbauen. Salat, Äpfel, Karotten, Birnen, Erdbeeren, Gurken,… was gefällt. Auch in Form von Obstsalat oder ähnlichem. Nur kandierte Früchte sollten vermieden werden. Es kann helfen, sich einen festen Tag dafür auszusuchen. Sollte es der Freitag sein und Frau möchte abends auf die Piste gehen, sollte sie daran denken, dass sie keine gute „Grundlage“ hat, und der Alkohol schneller ins Blut geht. Bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass man weniger Alkohol für den gleichen Schwips benötigt (=weniger Kalorien).

Zusatztipp: Nicht drüber reden, MACHEN.

Sich hinstellen und sich über Kilos zu viel beschweren, ändert zum einen nichts an der Figur und zum anderen gibt es immer den charmanten Menschen neben einem, der sagt Frau habe nicht zugenommen oder ähnliches. Dann ist das eigene Ego wieder beruhigt, und auf so viele verbale Süssigkeiten greift sie direkt wieder zu einem Stück echter Schokolade.

Oder noch schlimmer, Frau wird ständig gefragt, ob sie schon abgenommen hat, was suggeriert, dass das Umfeld es gar nicht sieht, obwohl Frau sich doch so bemüht, und schnell ist die Motivation gegen Schokolade getauscht.

Um dem vorzubeugen: Für sich beschliessen, diese und jene Problemzone nervt mich. Work-Outs für diese Zone bei der Suchmaschine des Vertrauens suchen, Tipps in den Alltag integrieren, nicht drüber reden, sondern einfach machen. Und dann Lächeln und dem Frühling entgegen fiebern.